von Lützow Korps 1926 D`dorf - Oberbilk
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Die Entstehung der Deutschlandfarben

Es wurde häufig versucht die Farben Schwarz-Rot-Gold (S-R-G) mit Hilfe von heraldischen Regeln aus den Farben des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen abzuleiten. Dies kann jedoch nur als Versuch angesehen werden, eine Tradition in die Farben S-R-G hinein zu interpretieren, die so nicht gegeben ist. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen war kein Nationalstaat, es war charakterisiert durch den Partikularismus und die Herrschaft zahlreicher Territorialherren. Jeder dieser Kleinstherrscher führte sein eigenes Wappen und seine eigenen Farben. Der Kaiser dieses zersplitterten Reiches führte zwar Schwarz-Gold als Symbole seiner Herrschaft, aber diese hatten weder die Bedeutung deutscher Nationalfarben noch traten sie zu irgendeiner Zeit als bewusste Zusammenstellung gemeinsam mit der Farbe rot auf.

Der deutsche Partikularismus hat seine Ursachen in einem Geflecht zahlreicher ineinander greifender Gründe. Als einer dieser Gründe kann die über Jahrhunderte fehlende äußere Bedrohung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen angesehen werden. Im Zuge der französischen Revolution und der Besetzung weiter Teile des deutschsprachigen Raumes erkannten die "Deutschen", dass es mit dieser Abwesenheit von äußerer Bedrohung vorbei war. Das Verhältnis zu den Franzosen war in "Deutschland" seit der Revolution 1789 zwiespältig. Auf der einen Seite wurde von der Bevölkerung interessiert und bewundernd registriert, wie es den Franzosen durch die Revolution gelungen war, sich des Königs zu entledigen, eine Republik auszurufen und zahlreiche Freiheiten zu erlangen. Auf der anderen Seite ging diese Bewunderung nicht so weit, die Franzosen nicht als Besatzer zu empfinden. "Eines wurde den Dichtern und Intellektuellen im Bürgertum dieser Zeit der 'befreienden Besatzung' in Deutschland bald klar: wenn schon Zusammenschluss gegen den Besatzer, wenn schon Kampf gegen die französischen Revolutionssieger, dann mit dem Ziel, die Errungenschaften der französischen Revolution für ein neues Deutschland nutzbar zu machen." Vor diesem Hintergrund kam es zur Bildung des Lützower Freikorps.

 

Das Lützower Freikorps

Nach der Niederlage Napoleons in Rußland schien die Zeit zur Befreiung von den französischen Besatzern in ganz Europa gekommen zu sein. Die Hauptlast dieser militärischen Auseinandersetzungen trugen Preußen und Österreich. Eine in "Deutschland" völlig neue militärische Einheit stellte das Lützower Freikorps dar, das zum Zwecke der Befreiung von der Fremdherrschaft, mit Zustimmung des preußischen Königs, von Major von Lützow aufgestellt wurde. Seine Mitglieder rekrutierte das Freikorps aus Freiwilligen aus dem ganzen nicht preußischen Deutschland. Die Aufgabe des Lützower Freikorps sollte es sein, alle Kräfte ganz Deutschlands zur Befreiung von der Herrschaft Napoleons heranzuziehen. Als Freiwillige meldeten sich alle die, die sich nicht nur von der Fremdherrschaft befreien wollten, sondern von einem vereinten Deutschland träumten. Der Anteil der Studenten an dieser Einheit war besonders hoch. Dies erklärt den späteren Rückgriff der Burschenschaften auf die Farben des Freikorps.

Die einzige Bedingung die von Lützow dem preußischen König für die Dienste seines Freikorps stellte, war die Erlaubnis als Farbe der Uniform schwarz wählen zu dürfen. Denn es war nur so möglich die Kleidung der freiwilligen einheitlich einzufärben. Des weiteren gehörten zu der Uniform der Lützower rote Aufschläge und ein roter Vorstoß, sowie gelbe Knöpfe. Somit traten zum ersten mal die Farben S-R-G zusammen auf. Diese Farbkombination war jedoch keineswegs ein politisches Bekenntnis, sondern vielmehr "... war diese schmucklose Zusammenstellung ein Kind schwerster Notzeit." Nichts desto Trotz wurde das Lützower Freikorps und mit ihm seine Farben S-R-G zu einem Symbol des Einheitsgedankens, und zum ersten mal kam so etwas wie ein einheitliches Nationalgefühl aller Deutschen auf. Diese Symbolkraft erlangte das Lützower Freikorps vor allem durch die Tatsache, das es sich aus Freiwilligen rekrutierte und das es bei seinem Einsatz im Rücken des Feindes hohe Verluste zu verzeichnen hatte. Diese Art des Heldenmutes der Freiwilligen war es (und ist es heute immer noch), der in weiten Teilen der Bevölkerung Bewunderung, Verehrung und Anerkennung hervorruft. Diese als positiv empfundenen Eigenschaften des Freikorps übertrugen sich auf die Farben S-R-G.

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© René van den Heuvel